Landesmuseum Follow-up

veröffentlicht am 11. April 2019

Zusammenfassung

Der Kärntner Landesrechnungshof hat überprüft, wie das Kärntner Landesmuseum mit öffentlichen Geldern umgeht. Kritik übt er an der Anzahl der Geschäftsführer, eine Mieterhöhung kann der Landesrechnungshof nicht nachvollziehen und er vermisst neben drei Ledersesseln auch angemessene Vergleichsangebote.

Bereits 2016 hat der Kärntner Landesrechnungshof das Kärntner Landesmuseum überprüft und 78 Empfehlungen ausgesprochen. Nun überprüfte er, was mit seinen Empfehlungen passiert ist. Ende 2018 waren 31 Empfehlungen vollständig und 23 teilweise umgesetzt. Alle außer einer Empfehlung waren zur Umsetzung geplant.

Der Landesrechnungshof überprüfte auch, wie die finanziellen Mittel des Landes für das Landesmuseum von 2015 bis 2017 eingesetzt wurden. Der Landesrechnungshof kritisierte, dass das neue Landesmuseumsgesetz neben dem Direktor bzw. der Direktorin auch eine kaufmännische Geschäftsführung vorsah. Zwei Personen für die Geschäftsführung gibt es in Österreich vorwiegend bei Museen deutlich größerer Dimensionen wie bei Einrichtungen des Bundes.

Die Rechts- und Beratungskosten des Landesmuseums betrugen von 2015 bis 2017 234.000 Euro. Einem Buchhaltungsunternehmen zahlte das Museum im Jahr 2017 rund 33.000 Euro, obwohl drei Museumsmitarbeiter Kurse für Buchhaltung, Bilanzierung und Personalverrechnung besucht hatten.

Das Museum mietete für eine Steinsammlung eine Halle. Die Mieterhöhung dafür konnte der Landesrechnungshof nicht nachvollziehen. Während sich die Fläche um 67 Prozent vergrößerte, erhöhte sich die Miete um 167 Prozent. Kritisch sah der Landesrechnungshof auch, dass das Landesmuseum ein Unternehmen für Inneneinrichtung beauftragte einen Holzzaun zu erneuern. Der Landesrechnungshof kritisierte auch die Alternativangebote für diesen Holzzaun, die von einem Einzelhandelsunternehmer der Branche „Allgemeiner Handel ohne Sortimentsbekanntgabe“ und von einer Baufirma eingeholt wurden, die bereits Leistungen für das Museum erbracht hatte. Beim selben Einzelhandelsunternehmer kaufte das Landesmuseum drei Ledersessel, die der Landesrechnungshof nicht auffinden konnte.

Informationen

Der Landesrechnungshof übermittelte den Bericht am 4 April 2019 dem Kontrollausschuss und den geprüften Stellen. Somit ist der Bericht seit 11. April 2019 öffentlich. Diese Überprüfung wurde auf Prüfauftrag des Kärntner Landtags durchgeführt.



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