Eröffnungsbilanz des Landes
veröffentlicht am 20. Juli 2020
Zusammenfassung
Das Land Kärnten erstellte zum 1. Jänner 2019 erstmals eine Eröffnungsbilanz. Der Kärntner Landesrechnungshof hat die Eröffnungsbilanz überprüft. Einige seiner Empfehlungen dazu hat das Land bereits umgesetzt.
Das Land stellte seine Buchführung im Rahmen der Haushaltsreform von der Kameralistik auf die Doppik um. Teil der Doppik ist eine Vermögensrechnung, für die man sämtliche Vermögenswerte und Schulden erfassen und bewerten muss. Somit hat das Land erstmals eine Übersicht über sämtliche Vermögenswerte und Schulden des Landes durch die Eröffnungsbilanz.
Neuerungen
Die Eröffnungsbilanz ist eine Vermögensrechnung nach den neuen Vorschriften der Haushaltsreform. Neu ist zum Beispiel, dass Rückstellungen gebildet werden, indem man wahrscheinliche, aber noch ungewisse Verbindlichkeiten darstellt. Das Land stellt zum Beispiel Rückstellungen für nicht verbrauchte Urlaube oder Jubiläumsgelder dar. Die neuen Haushaltsregeln führen dazu, dass die Vermögenswerte und Schulden des Landes genauer dargestellt werden.
Grundstücke & Landesstraßen
Die Eröffnungsbilanz setzt voraus, dass alle Vermögensgegenstände und Schulden vollständig erfasst und bewertet sind. Das Land hat dafür unter anderem alle Grundstücke und Gebäude bewertet. Der Landesrechnungshof kritisiert, dass Grundstücke im Umfang von 13.682 Quadratmetern mit einem Buchwert von 197.000 Euro in der Eröffnungsbilanz des Landes doppelt enthalten waren. Im Gegensatz dazu fehlten Grundstücke der von der ÖBB übernommenen Eisenbahnstreckenabschnitte.
Empfehlungen
Der Landesrechnungshof sprach insgesamt 100 Empfehlungen zur Eröffnungsbilanz aus. Beispielsweise sollte das Land bauliche Anlagen wie Lärmschutzwände und Ampeln in die Eröffnungsbilanz aufnehmen und die Kulturgüter in Zusammenarbeit mit dem Landesmuseum fertig erfassen.
Informationen
Der Landesrechnungshof übermittelte den Bericht am 13. Juli 2020 dem Kontrollausschuss und der geprüften Stelle. Somit ist der Bericht seit 20. Juli 2020 öffentlich.
Zur Pressemitteilung →
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