Geplantes Museumsdepot vom Landesrechnungshof überprüft

veröffentlicht am 30. Mai 2018

Einleitung

Bevor das Sammlungs- und Wissenschaftszentrum des Landesmuseums realisiert wird, hätte der Kärntner Landesrechnungshof das Projekt überprüfen müssen. Das Grundstück nähe Südring in Klagenfurt wurde trotzdem schon vor der Prüfung gekauft. Der Landesrechnungshof kritisiert auch zu niedrig angesetzte Kosten.

Pressemitteilung

Das Landesmuseum Kärnten bekommt ein Sammlungs- und Wissenschaftszentrum um rund 7,2 Millionen Euro. Das beschloss die Landesregierung, nachdem 2012 beim Museumsgebäude inklusive Depots und auch bei den Sammlungsgegenständen erhebliche Mängel festgestellt wurden. Dächer und Fassade des Museums waren in einem schlechten Zustand und es drang Wasser ein. Die Depots waren zu warm und zu feucht, was zu Korrosion und Schimmelbefall an Sammlungsgegenständen führte. Derzeit sind die Sammlungsbestände in Zwischendepots untergebracht.

Kauf vor Prüfung

Bevor das neue Zentrum umgesetzt wird, ist der Landesrechnungshof verpflichtet die Planung und Kosten dieses Großvorhabens zu überprüfen. Trotzdem hat das Landesmuseum die Liegenschaft dafür bereits im September gekauft, bevor der Landesrechnungshof seine Prüfung durchführen konnte. Das Projekt wurde nämlich erst im Februar zur Prüfung eingereicht.

„Liegenschaften für Großvorhaben dürfen laut Gesetz erst gekauft werden, nachdem der Landesrechnungshof das Projekt überprüft hat. Mit dem Kauf eines Grundstücks wird nämlich bereits entschieden, welche Variante des Projekts umgesetzt wird“, sagt Landesrechnungshofdirektor Günter Bauer.

Nähe Südring in Klagenfurt wird das neue Zentrum gebaut. Das Landesmuseum und das Landesimmobilienmanagement haben das Grundstück mit Halle, Büro- und Lagergebäuden aus 23 Standorten ausgewählt. Das Zentrum soll durch Um- und Zubauten des Bestandsgebäudes errichtet werden. Dort sollen neben den Depots auch die Museumsverwaltung, die Restaurierungswerkstätten und die wissenschaftlichen Abteilungen untergebracht werden. Die Depots werden klimatisch und auch sicherheitstechnisch so ausgestattet, dass die Sammlungsbestände in Zukunft optimal gelagert werden können.

Kostenerhöhung

Dafür genehmigte die Landesregierung im Juli 2017 Gesamtkosten von 7.225.000 Euro. Die Soll-Kosten, die das Landesmuseum dem Landesrechnungshof vorlegte, lagen bereits rund 250.000 Euro darüber (7.484.133 Euro). Der Landesrechnungshof korrigierte die Soll-Kosten während seiner Überprüfung weiter nach oben auf 7.684.489 Euro. Denn laut Landesrechnungshof sind die Reserven höher anzusetzen, weil man bei Umbaumaßnahmen vermehrt mit unvorhergesehenen Leistungen rechnen muss. Außerdem fehlten in den Unterlagen Kosten für Kunst am Bau, die im Kärntner Kulturförderungsgesetz mit einem Prozent des Bauaufwandes festgeschrieben sind. Damit liegen die Gesamtkosten rund 459.000 Euro über der genehmigten Summe. Das Landesmuseum sollte die erhöhten Kosten ehestmöglich der Landesregierung zur Genehmigung vorlegen.

Kritik übte der Landesrechnungshof auch bereits zu Beginn der Prüfung. Denn bei den Unterlagen, die das Land eingereicht hat, fehlten Angaben für 25 Prozent der Kosten. Dieser Teil wurde erst nach Aufforderung des Landesrechnungshofs nachgereicht.