Landesrechnungshof überprüfte Generalsanierung des Landesmuseums Rudolfinum
veröffentlicht am 11. April 2019
Einleitung
Das Kärntner Landesmuseum Rudolfinum wird generalsaniert. Der Kärntner Landesrechnungshof hat dieses Bauvorhaben mit Kosten von 12,8 Millionen Euro geprüft.Pressemitteilung
Das Gebäude des Landesmuseums Rudolfinum stammt aus dem Jahr 1884. Bereits 2012 drang durch Dach und Fenster Wasser ein. Die Depoträume waren zu warm und feucht, was zu Schimmelbefall an den Sammlungsgegenständen führte. Dach, Fenster und Fassade wurden 2013 saniert. 2015 beschloss das Land, das Rudolfinum komplett neuzugestalten.
Für diese Generalsanierung legte das Landesimmobilienmanagement dem Landesrechnungshof Planung und Kosten vor. Der Landesrechnungshof korrigiert die Reservekosten mit einer Erhöhung um 220.000 Euro, weil sie zu niedrig angesetzt waren. Weitere Kostenerhöhungen ergaben sich, weil Anteile für Kunst am Bau fehlten und die Kosten für Außenanlagen unvollständig waren. An der Kostenaufstellung kritisiert der Landesrechnungshof, dass als Nebenkosten 125.000 Euro ohne Aufschlüsselung des Betrags angegeben sind.
Neugestaltung
Bei der Generalsanierung ist geplant, Räume zu adaptieren sowie Innenhöfe und Säulenhalle mit einer Stahl-Glas-Konstruktion zu überdachen. Auch der Außenbereich wird neugestaltet und bis zur Straße erweitert.
Die Planer sahen zum Teil bewusst teurere Materialien von höherer Qualität vor, um dem kulturellen Anspruch des Gebäudes gerecht zu werden. In den Parkettböden sind Einschnitte für die Kabelführung geplant und Vertiefungen sollen gefräst werden, um Vitrinen zu fixieren. Der Landesrechnungshof kritisiert diese Zerstörung des Parketts und empfiehlt davon abzusehen. Dadurch müsste man die Böden erneuern, wenn die Vitrinen geändert werden. Außerdem empfiehlt der Landesrechnungshof bei den Malerarbeiten darauf zu achten, die in tieferen Schichten vorhandenen, historischen Wandmalereien nicht zu beschädigen.
Zukünftiger Betrieb
Laut Berechnung wird der zukünftige Betrieb des Landesmuseums allein wegen Personal und Werbung pro Jahr um 850.000 Euro mehr kosten. Der Landesrechnungshof kritisiert, dass das Personal um zehn Vollzeitbeschäftigte ausgeweitet wird. Damit steigen die Personalkosten um 22,2 Prozent, eine Erhöhung von 600.000 Euro jährlich. Die Werbekosten erhöhen sich durch die Neukonzeption des Landesmuseums sogar um 225 Prozent auf 358.000 Euro pro Jahr. Darunter fallen Werbung in Medien und für Veranstaltungen sowie Marketingmaßnahmen wie Folder und Plakate. Der Landesrechnungshof empfiehlt, den zukünftigen Betrieb des Landesmuseums so sparsam wie möglich zu gestalten.
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