Tagesklinische Leistungserbringung

veröffentlicht am 19. Juli 2018

Zusammenfassung

Der Kärntner Landesrechnungshof überprüfte die Entwicklung des tagesklinischen Angebots von 2012 bis 2016 in den Kärntner Fondskrankenanstalten. Er analysierte, ob die Ziele der Strukturpläne Gesundheit und der Zielsteuerungsverträge im tagesklinischen Bereich erreicht wurden. Der Landesrechnungshof empfiehlt die Potenziale in Zukunft noch besser auszuschöpfen.

Bei den Überlegungen des Landesrechnungshofs stand stets die bestmögliche medizinische Versorgung der Kärntner Bevölkerung im Mittelpunkt. Der Landesrechnungshof sah durch tagesklinische Leistungen zahlreiche Vorteile, vor allem kürzere Krankenhausaufenthalte und die Genesung im gewohnten Umfeld. Zudem zeigten Kostenanalysen, dass tagesklinische Leistungen den kostenintensiveren stationären Bereich entlasten. 2016 erreichte Kärnten in sechs von acht Tagesklinikbereichen die Planwerte des Zielsteuerungsvertrags des Bundes. Von 2012 bis 2015 belegte Kärnten im Bundesländergleich noch die letzten Ränge, verbesserte sich aber 2016 auf den dritten Platz.

Der Landesrechnungshof verglich auch die Leistungen, die in Österreich am häufigsten tagesklinisch erbracht wurden, zwischen den Bundesländern. Kärnten lag bei 28 von 50 Leistungen unter dem Durchschnitt. Diese 28 Leistungen wurden in Kärnten seltener tagesklinisch erbracht als im Österreichschnitt. Vor allem in den Bereichen Augenheilkunde, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Allgemeinchirurgie und Orthopädie sah der Landesrechnungshof Steigerungspotenziale.

Signifikante Wartezeiten stellte der Landesrechnungshof bei tagesklinischen Operationen des Grauen Stars fest. Am Klinikum Klagenfurt warteten Patientinnen und Patienten durchschnittlich vier Monate zwischen Zuweisungs- und OP-Termin, am LKH Villach acht bis neun Monate. Bereits 2011 überlegte die KABEG (Landeskrankenanstalten-Betriebsgesellschaft) eine Kooperation zwischen den beiden Krankenhäusern im Bereich der Augenheilkunde. Eine Umsetzung blieb bisher jedoch aus. 

Der Landesrechnungshof evaluierte, ob die einzelnen Krankenanstalten die tagesklinischen Zielvorgaben des Kärntner Gesundheitsfonds im Jahr 2016 erreichen konnten. Diesbezüglich kritisierte er die unzureichende Etablierung tagesklinischer Strukturen in den Jahren 2012 bis 2016 In den Krankenhäusern Friesach und Spittal an der Drau.

Informationen

Der Landesrechnungshof übermittelte den Bericht am 12. Juli 2018 dem Kontrollausschuss und den geprüften Stellen. Somit ist der Bericht seit dem 19. Juli 2018 öffentlich. Diese Überprüfung wurde auf Prüfauftrag des Kärntner Landtags durchgeführt.



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Themenbereich(e)

Gesundheit & Soziales

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Land Kärnten

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