Landesrechnungshof kritisiert geplantes Bildungszentrum Litzlhof
veröffentlicht am 2. März 2017
Einleitung
Der Kärntner Landesrechnungshof kritisiert den Ausbau der Landwirtschaftlichen Fachschule (LFS) Litzlhof in Spittal zu einem Bildungszentrum. Am Donnerstag, den 2. März, hat der Kontrollausschuss den Landtag mit dem Bericht darüber befasst.Pressemitteilung
Die LFS Litzlhof im Bezirk Spittal wird zu einem Bildungszentrum ausgebaut, um die LFS Drauhofen zu integrieren. Das Gebäude am Standort Drauhofen, der zweiten LFS in Spittal, ist veraltet. Eine Renovierung würde laut Landesimmobiliengesellschaft Kärnten GmbH (LIG) 8,9 Millionen Euro kosten und eine Zusammenlegung 5,6 Millionen Euro. Deswegen beauftragte die Landesregierung die LIG, den Zubau an die LFS Litzlhof zu planen. Der Landesrechnungshof kritisiert, dass die Landesregierung den Vorschlag der Abteilung 2 (Finanzen, Beteiligungen und Wohnbau) nicht in Erwägung zog, die Schülerinnen und Schüler der LFS Drauhofen auf andere Schulstandorte aufzuteilen. In Kärnten haben die LFS Althofen, Buchhof und Ehrental denselben Ausbildungsschwerpunkt.
Im September 2016 legte die LIG dem Landesrechnungshof das Projekt vor. Die LIG sah im Zubau einen Lift nur als Option vor und plante keine barrierefreien Toiletten im ersten und zweiten Obergeschoß. Nachdem der Landesrechnungshof die LIG darauf hinwies, dass Schulbauten laut Kärntner Bauvorschriften barrierefrei auszuführen sind, überarbeitete die LIG das Projekt.
„Auch in der Neuvorlage fehlt ein barrierefreies WC im ersten Obergeschoß, wo die Schulräume sein werden“, sagt Landesrechnungshofdirektor Günter Bauer.
Die Gänge im Schul- und Internatsbereich des Zubaus plante die LIG mit 1,40 Meter Breite. Die Kärntner Bauvorschriften haben für Schulen eine Mindestgangbreite von 1,80 Meter vorgeschrieben.
„Entsprechende Gesetzesabschnitte wurden aber im Jahr 2012 ersatzlos aufgehoben. Deswegen sollten die Vorschriften für Schulbauten dringend überarbeitet werden“, sagt Direktor Bauer.
Das Land Kärnten wendet im Pflichtschulbereich weiterhin die 1,80 Meter Mindestgangbreite an. Burgenland, Oberösterreich und Vorarlberg schreiben für Schulen sogar Gangbreiten von mindestens 2,50 Meter vor.
„Die Gänge des Zubaus der LFS Litzlhof sollten auf 1,80 Meter oder mehr verbreitert werden. Dabei muss berücksichtigt werden, dass die Schüler und Schülerinnen bei einem Notfall genug Platz zum Flüchten haben“, sagt Direktor Bauer.
Weiters empfiehlt der Landesrechnungshof, auch Pausenräume einzuplanen, die noch nicht vorgesehen sind.
Die LIG will den Schulzubau in Niedrigenergiebauweise errichten, plant aber Maßnahmen wie eine Solaranlage und eine Fortluftbefeuchtung nur als Option. Der Landesrechnungshof empfiehlt, fast alle Maßnahmen für den Niedrigenergiestandard umzusetzen. Diese Leistungen, eine Aufweitung der Gänge und Rechenkorrekturen erhöhen die Sollkosten des Bauvorhabens um rund 300.000 Euro. Um durch die Zusammenlegung 184.000 Euro im Jahr einzusparen, sollte die Liegenschaft Drauhofen möglichst rasch weiterverwertet werden. Ansonsten würden bis Ende 2022 jährliche Kosten in Höhe von 116.000 Euro mehr als derzeit entstehen.
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