Landesrechnungshof: Landwirtschaftliche Fachschulen sollten attraktiver werden

veröffentlicht am 5. Oktober 2017

Einleitung

Sinkende Schülerzahlen an landwirtschaftlichen Fach- und Berufsschulen und veraltete Internate stellte der Kärntner Landesrechnungshof fest. In seinem neuesten veröffentlichten Bericht empfiehlt er, Schulstandorte in Kärnten attraktiver zu gestalten.

Pressemitteilung

Die Schülerzahlen an landwirtschaftlichen Berufs- und Fachschulen (LFS) in Kärnten gingen von 2011 bis 2016 zurück – an der Berufsschule für Gartenbau in Ehrental sogar um rund 33 Prozent. 1294 Schülerinnen und Schüler besuchten im Schuljahr 2015/16 eine der vier Fachrichtungen, die in Kärnten verteilt auf neun LFS unterrichtet werden. Im Österreichvergleich lagen die Durchschnittsschülerzahlen in Kärnten an drittletzter Stelle (Wien ausgenommen).

Der Landesrechnungshof empfiehlt der Landesregierung zu prüfen, wo LFS sinnvoll zu Bildungszentren zusammengeschlossen werden könnten.

„Dabei sollte die Landesregierung darauf achten, die Bildungszentren auf das Bundesland zu verteilen und die Standorte attraktiver zu gestalten“, sagt Landesrechnungshofdirektor Günter Bauer.

Durch attraktivere Schulzentren könnte Kärnten der Abwanderung von LFS-Schülerinnen und -Schülern in andere Bundesländer entgegenwirken. Im Schuljahr 2015/16 besuchten 86 Jungen und Mädchen LFS außerhalb von Kärnten, für die das Land 133.000 Euro an andere Bundeländer zahlte. Im selben Schuljahr besuchten nur 32 Schülerinnen und Schüler aus anderen Bundesländern eine LFS in Kärnten. Der Landesrechnungshof empfiehlt beispielsweise Schwerpunkte zu setzen und dadurch die Kärntner LFS attraktiver zu machen.

„Außerdem sollten die benötigten Internatsplätze den heutigen Standards angepasst werden“, sagt Direktor Bauer.

Vor über 30 Jahren wurden fünf von acht Internaten das letzte Mal saniert. Die drei sanierten Internate waren im letzten Schuljahr zu über 90 Prozent ausgelastet, bei älteren lag die Auslastung nur zwischen 33 und 74 Prozent. Die Internatsschülerzahlen in Kärnten sanken im Überprüfungszeitraum von 728 auf 620. Trotzdem blieb die Anzahl an Internatsplätzen gleich. Der Landesrechnungshof empfiehlt die Internatsplätze an den Bedarf anzupassen und die freiwerdenden Räumlichkeiten anderweitig zu verwenden.

Bei vier LFS lagen die durchschnittlichen Klassenschülerzahlen im Schuljahr 2016/17 unter dem Mindestwert. Das Kärntner landwirtschaftliche Schulgesetz schreibt mindestens 25 Schülerinnen und Schüler pro Klasse vor. Die Landesregierung sollte bei Strategieentwicklungen und Strukturkonzepten auf eine optimale Klassenauslastung achten.

„Durch moderne Bildungszentren mit Schwerpunkten und Internaten, die den heutigen Standards entsprechen, könnten die landwirtschaftlichen Fachschulen in Kärnten besser ausgelastet werden“, sagt Direktor Bauer.