Landesrechnungshof überprüfte die Generalsanierung der Fachberufsschule Völkermarkt

veröffentlicht am 28. April 2026

Einleitung

Der Kärntner Landesrechnungshof überprüfte die geplante Generalsanierung und Erweiterung der Fachberufsschule Völkermarkt durch das Landesimmobilienmanagement des Landes Kärnten. Die Gesamtkosten betragen 25,76 Millionen Euro. Bei der Überprüfung stellte der Landesrechnungshof Optimierungspotential bei Planung und Kostenermittlung fest. Er kritisiert außerdem die unzureichende Standortanalyse.

Pressemitteilung

Standortalternativen prüfen

Ein zentraler Kritikpunkt des Kärntner Landesrechnungshofs (LRH) betrifft die Standortanalyse: Das Projekt wurde geplant ohne eine Verlegung des Standorts in vergleichbarer Tiefe zu prüfen. Im Jänner 2026 gab es laut einem Aktenvermerk zwar Gespräche bezüglich einer möglichen Kooperation mit dem WIFI-Technikzentrum in Klagenfurt. Diese Standortalternative wurde jedoch nicht eingehend analysiert und damit verbundene Einsparungsmöglichkeiten nicht berechnet – obwohl laut Aktenvermerk mögliche Synergieeffekte durch eine Eingliederung identifiziert wurden.

„Standortentscheidungen sind nur dann nachvollziehbar, wenn alle relevanten Alternativen geprüft, ihre Kosten ermittelt und vergleichend gegenübergestellt werden. Nur auf dieser Grundlage kann die öffentliche Hand einen effizienten Mitteleinsatz gewährleisten“, sagt Günter Bauer, Direktor des Kärntner Landesrechnungshofs.

Dementsprechend wird empfohlen, alternative Standorte für die Fachberufsschule tiefergehend zu prüfen, den erforderlichen Kostenaufwand zu berechnen und auf Basis dieser Analyse eine Standortentscheidung zu treffen.

Bereits im Jahr 2023 empfahl der LRH, eine Reduktion der Berufsschulstandorte in Kärnten zu evaluieren und Kompetenzzentren für die Berufsausbildung zu schaffen. Dies würde unter anderem ein effizienteres Gebäude- und Anlagenmanagement ermöglichen.

„Diese Empfehlung ist nach wie vor aktuell. Freiwerdende Mittel könnten für qualitative Verbesserungen an den verbleibenden Standorten eingesetzt werden“, so Bauer.

Über Planung, Ausschreibung und Kosten

Die Fachberufsschule Völkermarkt bildet aktuell Lehrlinge in den Bereichen Bau sowie Raum & Design aus. Die Generalsanierung und der Umbau zielen darauf ab, die Ausbildungsbedingungen zu verbessern. Das Projekt umfasst die Sanierung der bestehenden Gebäude, die Erneuerung von Werkhallen und den Ausbau des Internats. Die Gesamtkosten betragen 25,76 Millionen Euro. Künftig sollen Zwei-Bett-Zimmer mit eigenem Sanitärbereich zur Verfügung stehen. Die Anordnung der Werkhallen im Norden des Geländes soll einen geschlossenen Innenhof schaffen. Zudem sind Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz sowie eine Photovoltaikanlage geplant.

Fehlerhafte Mengenermittlung

Bei der Überprüfung stellte der LRH fest, dass die Mengenermittlungen nicht auf den Bemaßungen der Ausschreibungsplanung basierten. Stattdessen ermittelte der Planer sämtliche Längen für die Mengenermittlung neu, wobei diese weniger genau als die vorhandene Bemaßung waren. Außerdem hinterlegte der Planer teilweise die Entwurfs- statt der Ausschreibungsplanung, wodurch sämtliche Änderungen nicht berücksichtigt wurden. Weitere Kritikpunkte sind unter anderem, dass Öffnungen wie beispielsweise Türen bei der Mengenermittlung nicht abgezogen wurden und die Verfliesung in einigen Sanitärräumen des Internats um 1,1 Meter höher angesetzt war als die tatsächliche Raumhöhe. Der LRH empfiehlt, für die Berechnung die bereits bestehenden Bemaßungen der Ausschreibungspläne heranzuziehen und Planbeilagen übersichtlicher darzustellen. Weiters sollten Mengenermittlungen sorgfältiger durchgeführt werden.

Die Soll-Kosten-Berechnung mehrerer Gewerke basierte auf Kostenanschlägen ohne präziser Beschreibung der einzelnen Elemente. Dadurch fehlte eine detaillierte Leistungsdefinition, und die Kostenberechnung enthielt Zuschläge von rund zehn Prozent. Der LRH empfiehlt, die Kostenermittlung konsequent auf Ausschreibungspläne zu stützen und Leistungen eindeutig zu beschreiben.