Landesrechnungshof überprüfte den geplanten Umbau und die Generalsanierung der Fachberufsschule Klagenfurt

veröffentlicht am 12. Oktober 2026

Einleitung

Der Kärntner Landesrechnungshof überprüfte die erste Baustufe der Generalsanierung der Fachberufsschule Klagenfurt. Für die erste Baustufe legte das Landesimmobilienmanagement (LIM) Projektkosten in der Höhe von 4,23 Millionen Euro brutto vor, das gesamte Bauprojekt schätzt das LIM auf 35,65 Millionen Euro brutto.

Pressemitteilung

Kostenberechnungen teilweise nicht nachvollziehbar

Der Umbau und die Generalsanierung der Fachberufsschule Klagenfurt soll in drei Baustufen umgesetzt und bis Ende 2030 abgeschlossen werden. Der Kärntner Landesrechnungshof überprüfte die Planung sowie die Soll- und Folge-Kosten für die erste Baustufe, für die das LIM Kosten in Höhe von 4,23 Millionen Euro eingereicht hat. Der Landesrechnungshof ergänzte die unberücksichtigten Vorleistungen, dies erhöhte die Soll-Kosten auf 4,32 Millionen Euro.

Bei der Kostenberechnung stellte der Landesrechnungshof Mängel fest. Die zugrunde liegenden Mengen waren teilweise nicht nachvollziehbar dokumentiert. Der Landesrechnungshof empfiehlt, die Berechnungen künftig vom Plan bis zu den Soll-Kosten durchgehend und nachvollziehbar zu dokumentieren.

„Bei einem Bauprojekt dieser Größenordnung müssen Planung und Kostenberechnung nachvollziehbar dokumentiert sein. Je genauer die Grundlagen vor der Ausschreibung sind, desto geringer ist das Risiko zusätzlicher Kosten“, sagt Günter Bauer, Direktor des Kärntner Landesrechnungshof.

Verbesserungsbedarf sieht der Landesrechnungshof auch beim zeitlichen Ablauf. Die Vergabe der Bauleistungen und der Baubeginn der ersten Baustufe waren bereits vor Abschluss der Großvorhabensprüfung vorgesehen. Zum Zeitpunkt der Einreichung beim Landesrechnungshof lagen für sämtliche Gewerke bereits Angebote und Preisspiegel vor. Der Landesrechnungshof empfiehlt, Großvorhaben künftig so zu planen, dass seine Prüfung rechtzeitig vor Vergabe und Baustart abgeschlossen ist, damit Empfehlungen noch in die Planung und Ausschreibung einfließen können.

Folge-Kosten von rund 200.000 Euro

Neben den Baukosten überprüfte der Landesrechnungshof auch die Folge-Kosten der ersten Baustufe. Die jährlichen Folge-Kosten nach Fertigstellung der Baustufe 1 weist das Land mit 201.086 Euro aus. Die betriebsbedingten Folge-Kosten erhöhten sich um 24.710 Euro, die investitionsbedingten Folge-Kosten um 206.841 Euro. Mehr-Erlöse in Höhe von 30.465 Euro ergaben sich hingegen im Bereich der sonstigen Erträge der Fachberufsschulen. Das Land erstellte nach Aufforderung des Landesrechnungshofs eine Kostenträgerrechnung für die Lehrgänge der Fachberufsschule Ferlach. Der Landesrechnungshof empfiehlt, solche Kostenträgerrechnungen für sämtliche an den Kärntner Fachberufsschulen unterrichteten Lehrberufe vorzunehmen. Dadurch könnten die Kostentransparenz erhöht und die einzelnen Kostenträger besser miteinander verglichen werden.

Umbau und Generalsanierung der Fachberufsschule Klagenfurt in drei Baustufen

Die erste Baustufe umfasst vor allem die Verlegung der Tischlereiwerkstätten sowie die Errichtung von Umkleiden und Sanitärbereichen. Weiters sollen Räume für die Lehrgänge der Büchsenmacher und Waffentechniker saniert werden. Die zweite Baustufe sieht die Adaptierung der Räumlichkeiten für die übrigen Lehrberufe aus Ferlach und deren anschließende Übersiedlung nach Klagenfurt vor. In der dritten Baustufe ist die Generalsanierung der Gebäude am Standort Klagenfurt vorgesehen.

Der LRH empfiehlt, die zweite und dritte Baustufe zusammenzufassen. Dadurch könnten Arbeiten einfacher organisiert, Synergien genutzt und Kosten eingespart werden. Außerdem sollten mehr Arbeiten während der Sommerferien stattfinden. Das würde die Bauzeit verkürzen und den Schulbetrieb weniger beeinträchtigen.