Rechnungsabschluss des Landes 2025 – Ordnungsmäßigkeitsprüfung

veröffentlicht am 30. Juni 2026

Zusammenfassung

Der Kärntner Landesrechnungshof führte im Rahmen der Prüfung des Rechnungsabschlusses 2025 eine Ordnungsmäßigkeits- und Belegprüfung durch. Grundlage bildeten 875 Stichproben aus allen Globalbudgets des Landes. Ziel war es zu überprüfen, ob das Land die Belege richtig verbuchte, die Zahlungsfristen einhielt und ob das Interne Kontrollsystem funktionierte. Zusätzlich analysierte der Landesrechnungshof den digitalen Rechnungsprozess.

Zahlungsfrist häufig überschritten

Die Analyse der Zahlungsabwicklung zeigte Verbesserungsbedarf bei den Zahlungsfristen. Im Rahmen der Stichprobenüberprüfung stellte der Landesrechnungshof fest, dass das Land bei 301 von 724 Eingangsrechnungen (41,6 Prozent) die Zahlungsfrist überschritten hatte. Andere Rechnungen wurden hingegen deutlich vor Ablauf der Zahlungsfrist bezahlt.

Weiters stellte der Landesrechnungshof fest, dass die Möglichkeit des Skontoabzugs in acht von 37 Stichproben (21,6 Prozent) nicht genutzt wurde. Er empfiehlt, die internen Prozesse so zu gestalten, dass eine zeitnahe Verbuchung und damit eine pünktliche Zahlung gewährleistet ist.

Rechnungen doppelt bezahlt

Neben den Verzögerungen bei der Zahlungsabwicklung ergab die Überprüfung 13 Doppelzahlungen mit einem Gesamtbetrag von 14.413,60 Euro im Jahr 2025. Davon waren 2.073,24 Euro zum Zeitpunkt der Überprüfung von den Geschäftspartnern noch nicht rückerstattet. Die Finanzbuchhaltung forderte auf Nachfrage des Landesrechnungshofes deren Rückzahlung ein. Zum Abschluss der Überprüfung waren die offenen Beträge vollständig zurückgezahlt.

Mängel bei mehr als jeder zweiten Stichprobe

Von den 875 geprüften Belegen wiesen 462 Mängel auf (52,8 Prozent). Bei 14 Stichproben stellte der Landesrechnungshof Mängel fest, die Auswirkungen auf den Rechnungsabschluss haben können, beispielsweise eine inkorrekte Kontenzuordnung oder keine periodengerechte Zuordnung. 15 Fälle betrafen Schwachstellen im Internen Kontrollsystem. Die übrigen Mängel waren überwiegend formaler Natur, konnten jedoch finanzielle Folgen haben.

Digitaler Rechnungsprozess

Im Jahr 2025 erhielt das Land 37.661 E-Rechnungen. Davon wurden 74,4 Prozent digital bearbeitet, während 9.625 E-Rechnungen weiterhin ausgedruckt und in Papierform verarbeitet wurden. Der Landesrechnungshof empfiehlt, den digitalen Rechnungsprozess in allen Dienststellen umzusetzen und eine verpflichtende Übermittlung von E-Rechnungen an das Land in einem strukturierten elektronischen Format vorgesehen werden.

Informationen

Der Landesrechnungshof übermittelte den Bericht am 23. Juni 2026 dem Kontrollausschuss und der Landesregierung als geprüfter Stelle. Somit ist der Bericht seit 30. Juni 2026 öffentlich.




geografischer Bezug

Land Kärnten

geprüfte Stelle(n)

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