Rechnungsabschluss 2025 des Landes
veröffentlicht am 30. Juni 2026
Zusammenfassung
Der Kärntner Landesrechnungshof überprüfte den Rechnungsabschluss 2025 des Landes. Der Bericht gibt einen Überblick über die Finanzlage, das Vermögen und die Schulden des Landes. Im Jahr 2025 betrug der Nettofinanzierungssaldo -301,12 Mio. Euro und der Schuldenstand laut ESVG stieg auf 4.312,39 Mio. Euro. Mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von 7.563 Euro auf Landesebene liegt Kärnten erneut an erster Stelle im Bundesländervergleich.
Gesamtschulden weiter gestiegen
Im Jahr 2025 betrugen die Gesamtschulden des Landes nach ESVG 2010 insgesamt 4.312,39 Mio. Euro. Hier waren auch Finanzschulden der ausgegliederten Rechtsträger des Landes miteinzubeziehen. Das bedeutete einen Anstieg um 273,69 Mio. Euro zum Vorjahr. Das endgültige Ergebnis wird von der Statistik Austria im Herbst berechnet.
Während die durchschnittliche Verzinsung der bestehenden Finanzschulden des Landes 1,4% betrug, lag die durchschnittliche Verzinsung der Neuaufnahmen im Jahr 2025 bei 2,9%. In den Jahren 2026 bis 2030 wird das Land 779,83 Mio. Euro für bereits bestehende Finanzschulden zu tilgen haben. Der Anteil der Fixverzinsung der Landesdarlehen inklusive der weitergegebenen Darlehen an ausgegliederte Rechtsträger lag bei 98,5%.
Entwicklung der Haushaltskennzahlen
Die wichtigsten Kennzahlen zur Beurteilung der finanziellen Leistungsfähigkeit des Landes entwickelten sich im Jahr 2025 negativ:
Das Land erreichte im Jahr 2025 ein öffentliches Sparen in der Höhe von 82,40 Millionen Euro. Die öffentliche Sparquote betrug 2,4% und lag das dritte Jahr in Folge unter der empfohlenen öffentlichen Mindestsparquote von 5%. Es kann daher von einer unzureichenden Ertragskraft des Landes gesprochen werden.
Die freie Finanzspitze war negativ und betrug -123,56 Millionen Euro (Quote freie Finanzspitze: -3,6%). Das bedeutet, dass nach Tilgung der Finanzschulden keine finanziellen Mittel für Investitionen zur Verfügung stehen. Ein Referenzwert ab 0% zeigt eine genügende finanzielle Leistungsfähigkeit an.
Die Verschuldungsdauer des Landes betrug 72,62 Jahre. Selbst wenn das Land in den kommenden Jahren keine Investitionen tätigen würde, würde es rund 70 Jahre benötigen, um die bestehenden Schulden vollständig zu tilgen.
Das Land musste Finanzschulden von 544,74 Mio. Euro aufnehmen, um den Großteil der investiven Gebarung und die Schuldentilgung finanzieren zu können. Der LRH empfahl, dringend Maßnahmen zu ergreifen, um die finanzielle Leistungsfähigkeit des Landes und den Spielraum für Investitionen und Tilgungen wieder zu steigern.
Informationen
Der Landesrechnungshof übermittelte den Bericht am 23. Juni 2026 dem Kontrollausschuss und der Landesregierung als geprüfter Stelle. Somit ist der Bericht seit 30. Juni 2026 öffentlich. Den Rechnungsabschluss des Landes hatte der Landesrechnungshof gesetzlich zu überprüfen.
Zur Pressemitteilung →
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