Kärnten Netz – Stromnetztarife und Herausforderungen

veröffentlicht am 2. Juni 2020

Zusammenfassung

Der Kärntner Landesrechnungshof hat die Kärnten Netz GmbH als größten Stromnetzbetreiber in Kärnten überprüft. Schwerpunkte waren das Regulierungsverfahren der E-Control als zuständiger Behörde und die Dienstleistungsverrechnung zwischen KELAG und Kärnten Netz. Die zersiedelte, ländliche Struktur des Landes hat Einfluss auf die Höhe der Stromnetzkosten und prägt damit die regulierten Tarife.

Die Kärnten Netz GmbH ist eine Tochtergesellschaft der KELAG und als Netzbetreiber Schnittstelle zwischen Stromerzeugung und Verbrauch und damit für Transport und Verteilung des Stroms zuständig.

Strompreis

Der Strompreis setzt sich aus dem Energiepreis, dem Netztarif sowie Steuern und Abgaben zusammen. Mit 35,7 Prozent macht der Netztarif in Kärnten den größten Anteil aus. Das Land Kärnten teilt sich in die Netzbereiche Klagenfurt und Kärnten, wobei für den Netzbereich Klagenfurt die Energie Klagenfurt zuständig ist. Im Netzbereich Kärnten zahlen Haushalts- und Industriekundinnen und -kunden österreichweit mit Abstand den höchsten Netztarif. Die Netztarife des Bereichs Klagenfurt liegen aufgrund der städtischen Struktur im Österreich-Durchschnitt. Der Landesrechnungshof empfiehlt dem Land zu prüfen, einen österreichweit einheitlichen Tarif anzustreben.

Gewisse Kennzahlen und Daten weisen darauf hin, dass die Zersiedelung in Kärnten ausschlaggebend für die hohen Netztarife ist. Je weiter Gebäude voneinander entfernt liegen, desto mehr Trafostationen und Leitungen braucht man, um die einzelnen Gebäude zu versorgen. Der Landesrechnungshof empfiehlt dem Land weitere Maßnahmen in der übergeordneten Raumplanung zu setzen, um die Stromnetzstruktur zu optimieren. Das könnte sich längerfristig positiv auf die Netztarife auswirken. Das Land könnte beispielsweise in der Wohnbauförderungsrichtlinie eine Baulandmobilisierung in Ortskernnähe aufnehmen und damit Siedlungsschwerpunkte schaffen.

Personalkostensteigerungen

In den Netzbereichen Kärnten und Klagenfurt stiegen die Netztarife von 2018 auf 2019 zwischen 7 und 8,1 Prozent, obwohl die Tarife in diesem Zeitraum in Österreich im Durchschnitt um 1,3 Prozent sanken. Ausschlaggebend für die Steigerungen in Kärnten waren unter anderem kollektivvertragliche Gehaltserhöhungen im KELAG Konzern.

Informationen

Der Landesrechnungshof übermittelte den Bericht am 26. Mai 2020 dem Kontrollausschuss und den geprüften Stellen. Somit ist der Bericht seit 2. Juni 2020 öffentlich. Diese Überprüfung wurde auf Prüfauftrag des Kärntner Landtags durchgeführt.



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geografischer Bezug

Land Kärnten

geprüfte Stelle(n)

Kärnten Netz GmbHLand Kärnten

Prüfinitiative

Prüfauftrag

Berichtsart

Gebarung

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Bericht

Verkauf der KELAG-Aktien

Im Jahr 2012 verkaufte die KEH (Kärntner Energieholding Beteiligungsgesellschaft mbH) 12,85 Prozent ihrer KELAG (Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft) Aktien an die RWE (Rheinisch-Westfälische Elektrizitätswerks Aktiengesellschaft). Der Kärntner Landesrechnungshof hat diesen Verkauf dahingehend überprüft, ob den Grundsätzen der Wirtschaftlichkeit, Zweckmäßigkeit, Rechtmäßigkeit und Sparsamkeit entsprochen wurde.
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