Fachhochschulstandorte

veröffentlicht am 7. Mai 2015

Zusammenfassung

Der Landesrechnungshof überprüfte im Jahr 2014 die Fachhochschule Kärnten, insbesondere die Initiativen für eine Standortoptimierung. Der Betrieb der Fachhochschule Kärnten verteilt sich auf fünf Standorte (Spittal: Bauwesen; Villach: Technik und Wirtschaft; Feldkirchen: Gesundheit und Soziales; Klagenfurt-Primoschgasse: Technik, Gesundheit und Soziales; Klagenfurt-Klinikum: Medizinisch-Technische Dienste und Hebammenausbildung).

Die Studierendenzahlen stagnierten in den letzten Jahren und betrugen im Studienjahr 2013/14 insgesamt 2.046 Personen (ohne Medizinisch-Technische Dienste: insgesamt 1.779 Studierende).

An der Fachhochschule Kärnten gab es 2013/14 insgesamt 32 Studiengänge mit einer teilweise nur geringen Anzahl an Studienplätzen. Beispielsweise waren im Wintersemester 2013/14 insgesamt 17 neu beginnende Studiengänge mit weniger als 20 Studierenden belegt.

Wie eine Studie des Instituts für Höhere Studien belegt, wies die Fachhochschule Kärnten im Österreich-Vergleich die geringste durchschnittliche Studienganggröße auf.

Eine Drop Out Rate von 23 Prozent bei Studienanfängern (10 Prozent der gesamten Studierendenzahl) hielt der Landesrechnungshof im Hinblick auf die klein strukturierten Studiengänge, die oft nur mit der Mindestteilnehmerzahl ausgestattet sind, für problematisch. Bei Studiengängen mit weniger als 20 Studierenden wäre darauf zu achten, dass diese auch unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Drop Out Rate noch die Mindestteilnehmeranzahl erreichen.

Die Auslastung der räumlichen Infrastruktur an den Standortgemeinden (mit Ausnahme von Feldkirchen und dem Klinikum Klagenfurt) war ungenügend. Es bestanden gravierende räumliche Überkapazitäten, insbesondere in Klagenfurt-Primoschgasse und in Spittal/Drau. Die geringe räumliche Auslastung sprach für eine Standortzusammenlegung.

Die Ausgaben pro Fachhochschule-Studierenden in Kärnten waren hoch und betrugen im Bereich Technik 16.400 Euro und in nicht-technischen Studienbereichen 10.900 Euro. In einem Österreich–Vergleich des Bundesrechnungshofs aus dem Jahr 2006/07 betrugen die Normkosten pro Studienplatz für Kärnten das Doppelte von dem anderer Fachhochschulen.

Die Personalaufwendungen machten zwei Drittel des Gesamtbudgets aus. Das größte Einsparungspotential lag nach Ansicht des Landesrechnungshofs im Bereich der Konzeption der Studiengänge und hier insbesondere im Bereich der Lehre. Der Landesrechnungshof empfahl die Studiengänge in einer Größenordnung zu organisieren, die einer Gegenüberstellung mit anderen vergleichbaren Fachhochschulen standhält.

Der Landesrechnungshof kritisierte die in der Vergangenheit festzustellende Großzügigkeit in der Budgetierung des Landes, die zu beträchtlichen jährlichen Kreditübertragungen führte.

Der Landesrechnungshof hielt die in der Finanzierungs- und Leistungsvereinbarung ab dem Wintersemester 2014/15 vorgesehene Studienplatzfinanzierung für zweckmäßig.

Schließlich sollte nach Ansicht des Landesrechnungshofs die Zusammenarbeit der drei Kärntner tertiären Bildungsinstitutionen in der Kärntner Hochschulkonferenz, zum Zwecke der Beseitigung von Redundanzen im Bildungsangebot, forciert werden.

Informationen

Der Landesrechnungshof übermittelte den Bericht am 10. Oktober 2014 dem Kontrollausschuss und den geprüften Stellen. Der Kontrollausschuss befasste den Kärntner Landtag am 7. Mai 2015 mit dem Bericht. Somit ist der Bericht seit 7. Mai 2015 öffentlich. Diese Überprüfung wurde auf Prüfauftrag des Kärntner Landtags durchgeführt.




Themenbereich(e)

Bildung & Erziehung

geprüfte Stelle(n)

FH KärntenLand Kärnten

Prüfinitiative

Prüfauftrag

Berichtsart

Gebarung